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Pressestimmen zur PANDORA

Stuttgarter Nachrichten, 11.11.06
von Horst Lohr
„Pandora Frequenz” im Fitz. – Wie ein win-
ziger Kopf auf einem viel zu großen Körper
wirkt die kleine Box. Aus ihrem Inneren zi-
schen und brodeln in bunter Folge Straßen-
und Naturgeräusche, überlagern sich Ver-
zerrungen verschiedener Radiosender und
eine Männerstimme. Diese raffinierte
Soundcollage (Klang: Wiebke Holm) wird
als Taktgeber den riesigen würfelförmigen
Corpus wie von Geisterhand in einzelne Ele-
mente auflösen und aus ihrem Inneren eine
Frau im schwarzen Kleid auftauchen las-
sen. Aus deren Schoß poltern Kugeln unter-
schiedlichster Größe durch den Raum.
Inspiriert von „la poupee”, einer aus den
Einzelteilen deformierter Frauenkörper ge-
fügten Gestalt Hans Bellmers, entwickelte
die Figurenspielerin Antje Töpfer mit dem
Berliner Performer Florian Feisei (er führt
auch Regie) unter dem Titel „Pandora Fre-
quenz” im Fitz eine Collage aus Rauminstal-
lation, Klang- und Körperwelten. Der Wür-
fel wird zur „Büchse”, aus der Töpfer
Hände, Füße und andere Körpermaterialien
zaubert und sie mit Hilfe der wie Bestien zu-
schnappenden Kugeln als Gelenke zu
menschlichen Fragmenten fügt, die sich
Halt suchend an ihre Schöpferin klammern.
Es gelingt dieser Baumeisterin des Lebens
gar, einen vollständigen Menschen zu schaf-
fen. Doch unter dem Gewicht seiner Leblo-
sigkeit droht sie zu ersticken: Die Sehnsucht
nach dem Du bleibt ungestillt.

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